Die Auftaktveranstaltung zum Festjahr „525 Jahre Buchholz“
erschienen am 18.01.2026
Die Auftaktveranstaltung zum Festjahr „525 Jahre Buchholz“ im Gerätehaus der Feuerwehr Buchholz war ein sehr gut besuchter, stimmungsvoller Abend, bei dem Geschichte, Gegenwart und Gemeinschaft des Stadtteils eindrucksvoll zusammenkamen. Vor der Kulisse eines bis auf den letzten Platz gefüllten Gerätehauses lauschten die Gäste den Ausführungen des Buchholzer Nachtwächters Rainer Eckel und den Worten von Oberbürgermeister Rolf Schmidt, die den Bogen von den historischen Wurzeln bis zum heutigen Stadtleben spannten.
Anlass und Rahmen der Veranstaltung
Die Veranstaltung am 17.01.2026 bildete den offiziellen Auftakt in das Festjahr „525 Jahre Buchholz“, mit dem an die Gründung der damaligen Stadt „St. Katharinenberg im Buchenholze“ vor 525 Jahren erinnert wird. Feuerwehr und Förderverein hatten das Gerätehaus an der Schlettauer Straße festlich hergerichtet und konnten eine sehr große Zahl an Besucherinnen und Besuchern begrüßen, sodass der Saal förmlich aus allen Nähten platzte.
Geschichtlicher Hintergrund: Bergbau und Wachstum
Im historischen Teil der Veranstaltung wurde an die bergmännischen Wurzeln Buchholz’ erinnert, die eng mit dem Silber- und Zinnbergbau im Erzgebirge verknüpft sind. Wie in vielen Orten der Region sorgten Erzfunde ab dem 12. Jahrhundert für ein „Berggeschrey“, das Siedler, Bergleute und Gewerbetreibende in den entstehenden Ort „im Buchenholze“ führte.
Silber hatte dabei lange Zeit eine herausgehobene wirtschaftliche Bedeutung, während Zinnabbau insbesondere in den umliegenden Revieren eine wichtige Ergänzung bildete. Der Bergbau brachte Wohlstand, prägte Landschaft, Siedlungsstruktur und Mentalität der Menschen und legte den Grundstein für die weitere Entwicklung des Ortes.
Industrialisierung und wirtschaftliche Blüte
Mit dem allmählichen Rückgang des traditionellen Erzbergbaus mussten sich viele Familien neue Erwerbsquellen erschließen, was im Erzgebirge zur Entstehung einer vielfältigen Heim- und Kleinindustrie führte. Auch für Buchholz bedeutete dies den Übergang von der bergmännischen zur gewerblich-industriellen Prägung, etwa durch Kartonagenfertigung, Posamentenherstellung und andere textilnahe Gewerbe.
In dieser Phase erreichte Buchholz zeitweise eine Einwohnerzahl von über 10.000 Menschen, was die damalige wirtschaftliche Stärke und städtische Bedeutung des Ortes unterstreicht. Die Verbindung aus bergmännischer Tradition, aufblühender Industrie und gewachsenem Vereinsleben prägte über viele Jahrzehnte das Selbstverständnis der Buchholzer Bevölkerung.
Zerstörung 1945 und Wiederaufbau
Ein wesentlicher Teil des geschichtlichen Rückblicks widmete sich der schweren Zerstörung Buchholz’ am 14. Februar 1945. In der Nacht vom 14. auf den 15. Februar wurde vor allem das Zentrum des damaligen Stadtteils durch alliierte Bombenangriffe stark getroffen und in großen Teilen in Schutt und Asche gelegt.
Zahlreiche Wohnhäuser, Fabrikgebäude, die Post, die Schulturnhalle mit Gerätehaus der Feuerwehr Buchholz sowie die Katharinenkirche wurden zerstört oder schwer beschädigt, hunderte Menschen wurden obdachlos. Dennoch gelang es der Bevölkerung, in den Jahren nach dem Krieg mit großem persönlichem Einsatz den Wiederaufbau zu leisten, sodass das heutige Stadtbild auch von dieser Kraft zum Neuanfang erzählt.
Beitrag des Programms zum Festjahr
Der Nachtwächter Rainer Eckel brachte den Gästen in seinem Vortrag die Geschichte des Ortes auf anschauliche und zugleich nachdenkliche Weise näher und verknüpfte dabei bergmännische Tradition, Stadtgeschichte und Alltagsleben. Oberbürgermeister Rolf Schmidt stellte in seinem Grußwort die Bedeutung des Jubiläumsjahres für Annaberg-Buchholz und speziell für den Stadtteil Buchholz heraus und dankte allen Aktiven, die das umfangreiche Festprogramm ermöglichen.
Zugleich wurde der Blick auf die zahlreichen weiteren Veranstaltungen im Festjahr gelenkt, die von historischen Führungen über kulturelle Angebote bis hin zu geselligen Festen reichen und Buchholz weit über die Stadtgrenzen hinaus präsentieren sollen. Für die Feuerwehr Buchholz war der Abend Anlass, die enge Verbundenheit mit dem Stadtteil zu zeigen und zu unterstreichen, dass Einsatzdienst, Traditionspflege und lebendige Gemeinschaft untrennbar zusammengehören.
geschrieben von: PR