Jugendstadtrat in Annaberg-Buchholz ging in die dritte Runde „KOMM UNd mAch maL POLITIK!“

Geschrieben am 31.03.2026
von kontakt


Jugendstadtrat in Annaberg-Buchholz ging in die dritte Runde „KOMM UNd mAch maL POLITIK!“

 

Jugendliche brachten Gedanken & Ideen in die Stadtpolitik ein

 

Annaberg-Buchholz, 31.03.2026 – Mit viel Engagement, Verantwortungsbewusstsein und spürbarer Begeisterung fand am 24. März 2026 der dritte Jugendstadtrat der Stadt Annaberg-Buchholz im Neuen Ratssaal statt. Unter dem Motto „KOMM UNd mAch maL POLITIK!“ erhielten über 30 Schülerinnen und Schüler erneut die Möglichkeit, kommunalpolitische Prozesse nicht nur kennenzulernen, sondern aktiv mitzugestalten.

 

Wie schon in den Vorjahren zeigte sich: Wenn junge Menschen ernsthaft beteiligt werden, entstehen nicht nur kreative Ideen, sondern auch reflektierte und verantwortungsvolle Entscheidungen.

 

Kommunalpolitik verstehen – Verantwortung übernehmen

 

Bereits seit Herbst 2025 bereiteten sich die Jugendlichen intensiv auf ihre Rolle vor. In einem Workshop Mitte März erarbeiteten sie Grundlagen zu Aufgaben und Strukturen der Kommunalpolitik sowie zur Erstellung von Beschlussvorlagen. Unterstützt wurden sie dabei von Fachbereichsleiterinnen und -leitern der Stadtverwaltung.

 

In der anschließenden, realitätsnah gestalteten Stadtratssitzung diskutierten die Jugendlichen ihre eigenen Anträge, stellten Fragen an die Stadtspitze und stimmten – ganz wie der „echte“ Stadtrat – über konkrete Maßnahmen ab.

 

Ein zentrales Element war dabei der verantwortungsvolle Umgang mit begrenzten finanziellen Mitteln: Für verschiedene Projekte stand ein Budget von 80.000 Euro zur Verfügung, über dessen Verwendung die Jugendlichen eigenständig entscheiden mussten . Dabei wurde schnell deutlich, wie herausfordernd es ist, Prioritäten zu setzen und unterschiedliche Interessen abzuwägen.

 

Konkrete Projekte – echte Entscheidungen

 

Im Fokus standen mehrere kommunale Vorhaben, die direkt das Leben von Kindern und Jugendlichen betreffen:

 

Die Ausstattung von Schulen mit digitalen Tafeln und Beamern zur Verbesserung moderner Lernbedingungen

Die Erneuerung des Zauns der KITA „Kleine Silberlinge“, um Sicherheit und naturnahes Spielen zu gewährleisten

Die Umgestaltung der Außenanlagen der Grundschule „An der Riesenburg“ mit neuen Sportmöglichkeiten wie Laufbahn und Sprunganlage

Der Kauf eines Kleinbaggers für den städtischen Betriebshof, um Infrastruktur und Pflege öffentlicher Räume langfristig zu sichern

Die Jugendlichen bewiesen dabei ein feines Gespür für Ausgewogenheit zwischen Bildungsinvestitionen, Sicherheit, Freizeitangeboten und städtischer Infrastruktur. Um das Budget sinnvoll zu nutzen stimmten sie für die Anschaffungen von fünf Beamern in Höhe von 5.000 € und wählten die Anschaffung der digitalen Tafeln ab. Des Weiteren stimmten sie für die Erneuerung des Zauns der KITA „Kleine Silberlinge“ (10.000 €) sowie für die Umgestaltung der Außenanlagen der Grundschule „An der Riesenburg“ mit einem Eigenanteil von 48.000 €. Den Kauf eines Kleinbaggers für den städtischen Betriebshof lehnten sie hingegen ab. Hier wäre ihrer Meinung angebrachter, diesen bei Bedarf kostengünstig zu mieten, da durch die gefassten Beschlüsse auch noch Budget übrig sei.

 

Jugendliche bringen ihre Perspektiven ein

 

Neben den Beschlussvorlagen beschäftigten sich die jungen Stadträtinnen und Stadträte intensiv mit Themen, die ihren Alltag unmittelbar betreffen. Besonders engagiert wurde über die Weiterentwicklung des Bolzplatzes an der Fichtestraße diskutiert. Die Jugendlichen beschrieben den aktuellen Zustand als wenig einladend und entwickelten konkrete, umsetzbare Verbesserungsvorschläge – von Sitzgelegenheiten über Mülleimer bis hin zu neuen Toren und einer besseren Platzgestaltung. Ebenso wurde eigener Arbeitseinsatz bei der Umgestaltung durch die Jugendlichen großgeschrieben.

 

Ein großes Anliegen der Stadtverwaltung ist es, dass sich die Jugendlichen weiterhin für das Thema begeistern und sich zum Beispiel im Rahmen der Jugendbeteiligung „Junger Runder Tisch“ aktiv an der Umgestaltung des Bolzplatzes beteiligen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, am 27.04.2026 um 16:00 Uhr zur nächsten Sitzung im Rathaus zu kommen.

 

Auch soziale Themen standen im Mittelpunkt: Im Wohngebiet „Barbara-Uthmann-Ring“ diskutierten die Teilnehmenden über ein respektvolles Miteinander verschiedener Generation und Kulturen. Ziel war es, Lösungen zu finden, die Verständnis fördern und Konflikte – etwa durch Lärm oder unterschiedliche Lebensgewohnheiten – reduzieren.

 

Im offenen Frageteil zeigten die Jugendlichen großes Interesse an aktuellen Herausforderungen der Stadt: Sie fragten nach der Förderung kultureller Einrichtungen, nach Sicherheit im öffentlichen Raum, nach dem Zustand von Schulen sowie nach der finanziellen Situation der Stadt. Die Antworten der Verwaltung wurden aufmerksam aufgenommen und sorgten für ein tieferes Verständnis kommunaler Zusammenhänge.

 

Starke Stimmen, ehrliches Interesse

 

Oberbürgermeister Rolf Schmidt würdigte das Engagement der Jugendlichen ausdrücklich:

„Ihr habt gezeigt, wie ernsthaft, differenziert und lösungsorientiert junge „Die Jugendlichen haben sehr klar gezeigt, dass sie nicht nur Ideen haben, sondern auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen realistisch zu bewerten.“

 

Auch die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen durchweg positiv aus. Besonders geschätzt wurden die Mitbestimmung, der direkte Austausch mit Verwaltung und Stadtrat sowie die Möglichkeit, eigene Anliegen sichtbar zu machen. Gleichzeitig äußerten viele den Wunsch, auch künftig noch stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden.

 

Gemeinschaft erleben – Demokratie gestalten

 

Neben der inhaltlichen Arbeit kam auch das Miteinander nicht zu kurz: Nach der Sitzung erhielten alle Teilnehmenden ein Zertifikat für ihr Engagement. Beim gemeinsamen Pizzaessen mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt klang der Tag in offener und wertschätzender Atmosphäre mit vielen Gesprächen über Ideen, Perspektiven und zukünftige Beteiligungsmöglichkeiten aus.

 

Der dritte Jugendstadtrat in Annaberg-Buchholz hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig und bereichernd die Beteiligung junger Menschen ist. Das Projekt stärkt nicht nur politische Bildung, sondern auch Selbstwirksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und Gemeinschaftssinn.

 

Oder, wie es ein Teilnehmer treffend formulierte:

„Man merkt erst hier, wie viel hinter Entscheidungen steckt – und dass unsere Meinung interessiert und zählt.“

 

Wer nicht live dabei sein konnte oder sich gern nochmal reinklicken möchte, kann die komplette Jugendstadtratssitzung unter www.annaberg-buchholz.de/jugendstadtrat ab sofort anschauen.

 

Mit Formaten wie dem Jugendstadtrat und dem „Jungen Runden Tisch“ setzt die Stadt ein klares Signal: Die Zukunft wird gemeinsam gestaltet – und die Stimmen der jungen Generation sind dabei unverzichtbar.

 

 

Das Projekt wird unterstützt durch das Flexible Jugendmanagement des Kreisjugendrings Erzgebirge.