525 Euro für Buchholzer Pfad-Finder übergeben
Annaberg-Buchholz, 06.05.2026 – Große Freude bei den Buchholzer Pfad-Findern: Rainer Eckel und Joachim Reuter, zwei der drei Gästeführer der diesjährigen Sonderführung zum Weltgästeführertag 2026, übergaben jetzt gemeinsam die Spendensumme von 525 Euro an die engagierten Ehrenamtlichen. Die symbolträchtige Summe – passend zum 525-jährigen Jubiläum von Buchholz – war bei der außergewöhnlichen Gästeführung „Mit offenen Augen durch… die Terrassenstadt Buchholz“ am 21. Februar 2026 zusammengekommen.
Mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich trotz winterlicher Temperaturen auf den rund 90-minütigen Rundgang durch Buchholz begeben. Besonders erfreulich sei gewesen, dass auch zahlreiche ehemalige Buchholzer eigens angereist seien, um „ihre“ Stadt noch einmal mit offenen Augen zu entdecken – oder wie Kristin Baden-Walther es ausdrückte „Das Buchholzer Herz schlägt immer mit, egal wohin die Wege gingen!“. Die große Resonanz zeigte eindrucksvoll, wie aktiv die Geschichte und Identität der „schönsten Terrassenstadt Europas“ bis heute empfunden werden.
Die Führung verband Stadtgeschichte, Industriekultur und persönliche Erinnerungen auf besondere Weise. Die Gästeführer erzählten dabei spannende Details über die wechselvolle Geschichte der Stadt anhand unscheinbar wirkender Baudenkmäler, verbliebener Zeitzeugen der vielfältigen Industrie sowie weiterer, fast verblasster Spuren des Alltagslebens einer emsigen Bürgerschaft.
Spendensumme zum Erhalt, für die Pflege und Information rund um den Galgenberg und den Galgensteinen
Die aus der Führung resultierenden Spenden rücken nun die Buchholzer Galgensteine und die historische Richtstätte auf dem Galgenberg stärker in den Fokus. Die dort erhaltenen Steine mit eingemeißelten Initialen und Jahreszahlen erinnern an die einstige Gerichtsbarkeit der Stadt Buchholz und gelten als Einzelobjekt der Bergbaulandschaft Buchholz innerhalb der UNESCO-Welterbelandschaft Montanregion Erzgebirge/Kruąnohoří als außergewöhnliches und in dieser Form nahezu einzigartiges Zeugnis.
Bereits im Jahr 1512 erhielt die Stadt Buchholz das sogenannte „Halsgericht“ – also die Gerichtsbarkeit über Leben und Tod. Seit 1529 ist ein Galgen an der heutigen Richtstätte nachweisbar. Die weithin sichtbare Lage nahe der alten Straße nach Schlettau und Schneeberg machte den Ort zugleich zu einer Stätte der Abschreckung. Noch heute erzählen die erhaltenen Galgensteine von den damaligen Richtern und den verschiedenen Erneuerungen der Anlage.
Ein Teil der Spendensumme wurde bereits für die Gestaltung und Errichtung einer neuen Informationstafel an der historischen Richtstätte verwendet. Diese erläutert die Geschichte des Galgenbergs, die Bedeutung der eingravierten Steine sowie die Einordnung des Ortes in die Bergbaulandschaft Buchholz. Die verbleibenden Mittel fließen in die weitere Pflege des Areals, den Erhalt der bestehenden Informationstafeln sowie die Reparatur und den neuen Anstrich der Sitzbank vor Ort.
Bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin am 5. Mai 2026 würdigten Kristin Baden-Walther, Leiterin des Kulturzentrums Erzhammer und Vorsitzende der Interessengemeinschaft Stadt- und Gästeführer Annaberg-Buchholz, Jens Lötzsch von den Buchholzer Pfad-Findern, die Gästeführer Rainer Eckel und Joachim Reuter sowie Vertreter der Bürgerinitiative Pro Buchholz das große ehrenamtliche Engagement rund um die Buchholzer Geschichte.
Rainer Eckel betonte dabei, dass die Spende zugleich Anerkennung für die langjährige Arbeit der Buchholzer Pfad-Finder sei: „Die Pfad-Finder haben sich an vielen Stellen in Buchholz mit großem Einsatz bereits schon eingebracht. Dass die Gäste der Führung dieses Engagement mit ihrer großzügigen Spende unterstützen, freut uns ganz besonders.“
Auch die Gästeführer zeigten sich überwältigt vom Zuspruch zur Sonderführung. Die Kombination aus historischer Stadtführung, Industriegeschichte und lokalem Heimatbewusstsein habe viele Menschen bewegt und für so allerhand „AHA-Momente“ gesorgt.
Die Sonderführung zum Weltgästeführertag findet seit 2018 einmal jährlich im Februar statt, initiiert von der aktiven Gästeführerschaft und widmet sich jeweils einem besonderen Schwerpunkt. Für das Jubiläumsjahr 2026 hatten die drei aktiven Buchholzer Gästeführer Rainer Eckel, Matthias Enderlein und Joachim Reuter bewusst einen Rundgang gewählt, der verborgene Geschichten, fast vergessene Orte und ungewöhnliche Zeugnisse der Stadtgeschichte sichtbar machte.
Weitere Führungen im Rahmen des Buchholzer Festjahres sind bereits geplant – darunter am 27. Juni sowie am 5. September 2026 die Führung "Die Karlsbader Straße erzählt…" - von der Maut- zur Geschäftsstraße.