Kurfürstliche Förderung – bergbauliche Historie
Die Geschichte von Buchholz reicht zurück in die beginnende Neuzeit, an den Anfang des 16. Jahrhunderts. Kurfürst Friedrich der Weise, der auch als Retter Martin Luthers in die Geschichte einging und dessen einziges Denkmal in Buchholz steht, hatte von Anfang an großes Interesse an „seiner“ Stadt, gab es doch hier – vor allem durch das das Silber - echte Schätze zu fördern. Er selbst erwarb Anteilsscheine am Buchholzer Bergwerken, insgesamt 129,5 Kuxe. Daneben war er Inhaber des „Bergregals“. Das bedeutete, dass 10% aller Erträge an ihn abgeführt werden mussten. Bereits 1503 erhielt Buchholz einen eigenen Bergmeister und bis zum Jahr 1515 hatte hier der Landesbergmeister für Thüringen, Franken und das Vogtland seinen Sitz. Nach der ersten Schmelzhütte, die es bereits seit 1497 gab, wurde 1505 eine zweite gebaut. 1507 verfasste man die erste Buchholzer Bergordnung, 1511 war Baustart für eine Münzstätte. Viele andere Fürsten beteiligten sich am Buchholzer Bergbau, u.a. Graf Albrecht zu Mansfeld, Franziskus Herzog zu Braunschweig, Graf Wilhelm von Nassau, Wolfgang von Anhalt sowie Herzog Heinrich. Den größten Silberfund machte man in den Jahren 1536/37 mit rund 9,2 Tonnen Silber in der Grube „Himmlisch Heer“.
Frühe Reformation, engagierte Unternehmer
Im religiösen Bereich war Buchholz fortschrittlich. Bereits 1524, nur sieben Jahre nach Luthers Thesenanschlag, führte man hier den Protestantismus ein, 15 Jahre vor Annaberg. 2024 konnte feierte man deshalb das Jubiläum „500 Jahre Reformation in Buchholz“.
Wirtschaftlich hatten nach dem Bergbau vor allem die Produktion von Posamenten, im 19. Jahrhundert die Herstellung von Schmuckkartonagen und Verpackungsmitteln sowie die Perlenstickerei Bedeutung. Vorteilhaft für die aufblühende Wirtschaft erwiesen sich dabei ab 1861 die Gewerbefreiheit in Sachsen und der Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1866.
Georg Adler, ein renommierter Unternehmer jener Zeit, gilt bis heute als Vorreiter sozialer Maßnahmen für Arbeitnehmer. Zusätzlich zur staatlichen Kranken- und Unfallversicherung führte er eine Pensions- und Unterstützungskasse ein. Für verheiratete Arbeiter gab es eine Lebensversicherung. Zudem wurden alle Mitarbeiter am Gewinn beteiligt. Heute hat hier der Marktführer der Schmuckkastenproduktion in Deutschland, die Firma Sacher ihren Sitz. In Buchholz wurde außerdem bereits zu DDR-Zeiten die Firma Unger gegründet, heute ein renommierter Kabelkonfektions- und Maschinenbaubetrieb. Außerdem haben „BauPunkt Kraatz“ sowie mehrere Handwerksbetriebe in Buchholz ihre Wurzeln.
Historisches
Geschrieben am 02.10.2025
von kontakt

