Untersuchungen des Altbergbaues dauern an – Vollsperrung wird voraussichtlich bis 2027 erforderlich sein
Annaberg-Buchholz, 26. Juni 2026 – Rund eine Woche nach dem erheblichen Straßeneinbruch auf der Bärensteiner Straße in Annaberg-Buchholz laufen die Sicherungs- und Erkundungsarbeiten im Schadensbereich planmäßig. Die Maßnahmen erfolgen im Auftrag und unter fachlicher Aufsicht des Sächsischen Oberbergamtes, nachdem der Schaden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit als Folge des historischen Bergbaus in Annaberg-Buchholz eingetreten ist.
Seit Beginn der Arbeiten am 22. Juni wurde die Baustelle vollständig eingerichtet, die Verkehrssicherung erweitert und mit den weiteren Aufbrucharbeiten im Bereich der Fahrbahn begonnen. In einer ersten Bauberatung am gestrigen Donnerstag wurden der aktuelle Baufortschritt bewertet und die nächsten Arbeitsschritte abgestimmt. Gegenwärtig wird das Baufeld weiter freigemacht, um die Voraussetzungen für die Einrichtung einer sogenannten Teufe zu schaffen. Über diese vertikale Erkundung sollen die Ausdehnung des Hohlraums sowie die geologischen und bergtechnischen Verhältnisse unterhalb der Fahrbahn umfassend untersucht werden. Diese Arbeiten werden mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Erst auf Grundlage der dabei gewonnenen Erkenntnisse kann über die konkrete Art und den Umfang der dauerhaften Sicherungsmaßnahmen entschieden werden.
Die bisherigen Untersuchungen führen zu der begründeten Annahme, dass der Tagesbruch im Bereich historischer Grubenbaue entstanden ist. Bereits vor dem eigentlichen Schadensereignis war Anfang Juni eine Fahrbahnabsenkung festgestellt worden. Nach ersten Sicherungsmaßnahmen und einer Einengung der Fahrbahn wurde am 16. Juni bei einer Erkundungsöffnung ein größerer Hohlraum unmittelbar unter der Fahrbahn entdeckt. Dank des umgehenden Handelns aller beteiligten Behörden und Einsatzkräfte konnte die Gefahrenstelle innerhalb weniger Stunden abgesichert, die Gasleitung getrennt sowie die Stromversorgung angepasst werden. Personen kamen dabei nicht zu Schaden.
Für den Verkehr ergeben sich derzeit keine Änderungen. Die Vollsperrung der Bärensteiner Straße bleibt bestehen. Der öffentliche Personennahverkehr, insbesondere der Schülerverkehr, ist weiterhin über die eingerichtete Ersatzhaltestelle in der Annenstraße abgesichert. Die Gewerbestandorte an der Bärensteiner Straße bleiben uneingeschränkt erreichbar.
Nach aktuellem Kenntnisstand muss jedoch davon ausgegangen werden, dass die Sperrung der Bärensteiner Straße bis in das Jahr 2027 erforderlich sein wird.
Unabhängig vom Schadensereignis schreiten die Bauarbeiten im Bereich Wilischstraße/Bahnhofstraße/Theaterplatz planmäßig voran. Die Asphaltarbeiten im Bauabschnitt Wilischstraße sind abgeschlossen. Ab der kommenden Woche beginnen die Arbeiten im Abschnitt Bahnhofstraße bis Theaterplatz. Dort werden zunächst Asphaltflächen zurückgebaut sowie Kabel- und Leitungsanlagen erneuert. Anschließend werden die Gasleitung tiefer verlegt, Gehwege und Fahrbahn einschließlich der Querungsstelle neu hergestellt.
Die Verkehrsbeziehung zwischen Schlösselbrücke und Buchholzer Straße beziehungsweise Scheibnerstraße bleibt währenddessen bestehen. Parallel wird die Stützkonstruktion am Theaterplatz fertiggestellt. Nach Abschluss der Erneuerung der Straßenentwässerung erhält der verbleibende Bereich bis zur Schlösselbrücke eine neue Asphaltdecke.
Es ist vorgesehen, dass voraussichtlich Ende September der Verkehr wieder über die Bahnhofstraße und Wilischstraße fließen kann. Der Abschluss der Gesamtmaßnahme ist weiterhin für Oktober 2026 vorgesehen.
Die Stadt Annaberg-Buchholz steht weiterhin in engem Austausch mit dem Sächsischen Oberbergamt, den beauftragten Fachfirmen sowie allen beteiligten Behörden und wird die Öffentlichkeit fortlaufend über neue Erkenntnisse und den Fortgang der Arbeiten informieren.

